CDU will keine Verpressung von Lagerstättenwasser
„Hearing“ zu Gasförderung am 19. Januar
Landkreis / Langwedel. Die CDU-Kreistagsfraktion begrüßt, dass die RWE Dea sofort alle Lagerwasserleitungen stilllegen wird. „Bei unserem Besuch am Mittwoch in der Betriebsstätte Schülingen ist deutlich geworden, dass diese Leitungen vermutlich nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen“, so Fraktionsvorsitzender Wilhelm Hogrefe.
Außerdem habe die Firma mitgeteilt, dass sie derzeit an einer Alternative zu der umstrittenen Verpressung von Lagerstättenwasser in der Nähe von Scharnhorst arbeitet. Dazu Hogrefe: „Es müsste doch möglich sein, diese Flüssigkeit, die mit dem Gas aus 5000 Meter Tiefe kommt, so zu reinigen, dass sie in eine Kläranlage oder direkt in einen Vorfluter eingeleitet werden kann“. Damit wäre auch den Forderungen der Stadt Verden und des Trinkwasserverbandes Rechnung getragen. „Eine Verpressung belasteter Gewässer in den Untergrund im Gebiet großer Grundwasserspeicher ist auf Dauer nicht vertretbar“, erklärte dazu Fraktionsgeschäftsführer Jens Richter. Die CDU erwarte daher, dass die RWE Dea ihren Antrag auf Verpressung größerer Lagerstättenwassermengen zurück ziehe.
Zusammen mit Vertretern des Trinkwasserverbandes, der Unteren Wasserbehörde und Ratsmitgliedern aus Langwedel und Verden diskutierten die CDU-Kreistagsabgeordneten alle relevanten Fragen im Zusammenhang mit der Erdgasförderung im hiesigen Raum. Dabei wurde deutlich, dass für die Versorgungssicherheit in Deutschland auch künftig die heimischen Energiequellen genutzt werden sollten. Um die Akzeptanz dafür auch sicherzustellen, „ist es notwendig, dass die Förderunternehmen alles tun, um die Umwelt und die Anwohner vor Schäden zu bewahren“, meint Hogrefe.
Am 19. Januar beginnt um 15.30 Uhr im Kreishaus die von der CDU-Fraktion beantragte öffentliche Anhörung von Sachverständigen zu den aktuellen Fragen rund um die Gasförderung. Dabei wird es auch um die sog. Fracing – Technologie gehen. Dazu sind u.a. eingeladen das Niedersächsische Umweltministerium und der Leiter des international sehr anerkannten Instituts für Erdöl- und Erdgastechnik der Uni Clausthal Prof. Dr. Kurt Reinicke.
